September 21

Lauftagebuch – Woche 1

Nun habe ichs getan. Ich habe angefangen zu laufen. Joggen, um genau zu sein. Einige Versuche habe ich in den letzten Jahren schon hinter mir. Einmal habe ich diesen Sport betrieben, bis mich die Motivation verließ. Danach waren es immer mal so 2 bis 3 Läufe. Zu groß jedes Mal die Überwindung, zu unangenehm die Anstrengung. Die Tatsache, dass ich überhaupt kein Wettkampftyp bin, hat mir bislang jegliche Motivation genommen, für oder gegen etwas oder jemanden (inklusive mich selbst) zu laufen. Weiterlesen

Dezember 1

Innovation

So oft wie heute auf Produkten jeglicher Art „neue Rezeptur“, „noch besser“ oder verbesserte Rezeptur“ zu lesen ist, legt sich einem die Vermutung nahe, dass die Hersteller mit jeder Charge, die sie von ihrer Pampe zusammenrühren, einfach ohnehin nur ungefähr versuchen, das ursprüngliche Rezept nachzuempfinden.

Die Differenz verkaufen sie dann einfach als Innovation.

März 25

Sie… sie wollen PHP in ein Korsett zwängen…

Mit aufsteigender Beklemmung musste ich das lesen:

Programmiersprache Hack offiziell verfügbar

Da kommen diese Streber von Facebook, wahrscheinlich Allemann durch den Börsengang, der am Ende doch besser verlaufen ist, als zunächst angenommen, Millionäre (verdammt!), und schicken sich an, in einer Pause zwischen dem Kaufen von Whatsapp und der generösen Vernetzung der Welt, meiner Lieblingsprogrammiersprache das zu nehmen, was eine Skriptsprache ausmacht: die totale Freiheit, während der Laufzeit zu entscheiden (oder auch manchmal einfach gar nicht zu wissen), welchen Typs eine Variable grad ist.

Ich gebe allerdings auch zu, dass diese Freiheit das ist, was es mir im fortschreitenden Alter erschwert, auch mal was in Compilersprachen zu programmieren. Die ständige Konvertiererei und Rätselei, welcher Stringtyp das denn nun gerade sein muss und Ausnahmenbehandlung sind das, was ich am Programmieren nicht mag.
Ich will mich ransetzen und schnell Ergebnisse sehen. Quick&Dirty. Nicht optimal, aber: verdammt, ist ja auch nur noch ein Hobby.

Und Facebook soll damit aufhören!

November 30

Obst-Gemüse-Woche

Die Challenge beginnt.
Ich steige mit 113,7 kg ein. Duri hat sich noch nicht gemeldet.

Ich habe nun schon meinen Einkauf erledigt. Gegessen werden nächste Woche zweimal Wraps, (wahrscheinlich auch zweimal) Zucchini-Spaghetti á la Hiltmann und diverse Mahlzeiten, wie Frühstück und so werden mit Obst und Gemüse bestritten. Meine (1.) Frühstückstoasts und mein (2.) Frühstücksmüsli werden nächste Woche Pause machen.
Gemüsesäfte runden den Plan ab, denn Gemüsesäfte sind toll 😉!

Einkauf für die Obst-/Gemüsewoche

November 30

Es ist Challenge Zeit, es ist Blog-Zeit

Ich melde mich zurück im Äther mit einer Sache, die mir momentan mal wieder sehr wichtig ist, dem Abnehmen.

Obwohl ich in den letzten Jahren glaube, gelernt zu haben, dass eine zu fanatische  Beschäftigung mit dem Thema blöde macht und am Ende kontraproduktiv weil frustrierend ist, will ich einen Monat lang eine Ausnahme machen.

Ein kurzer Rückblick:
Von Juli 2011 bis August 2012 habe ich mit einem Kumpel (zwei haben sich dezent angeschlossen) ein Blog zum Abnehmen verfasst. Während das Bloggen ganz gut funktionierte, waren die Abnehm-Erfolge durchwachsen. Die grundlegende Idee war, abends Kohlenhydrate wegzulassen und mehr selbstgekochtes statt Fertigfutter zu konsumieren. Einher damit gingen einige sportliche Betätigungen. Alles gemeinsam versank dann aber im Alltag und der Phantasielosigkeit.

Im Juni 2013 beschloss ich, nach einem gekonnten Arschtritt meines Kumpels Duri mich fortan, ohne bestimmtes Ziel, vegan zu ernähren. Das Abnehmen war mir dabei nicht so wichtig. Eher der Gedanke, mich vor Krankheiten zu schützen, für die ich mich selbst als Kandidat sah. Herzgeschichten, Diabetes, Krebs. Immerhin war ich nun mein halbes Leben lang mehr als nur etwas übergewichtig.
Ich zog es also durch und bin bis heute begeistert und überzeugt davon, dass der vegane Lebensstil machbar, lecker und gesund ist.
Innerhalb der ersten drei Monate nahm ich 12 Kilo ab!
Seitdem stagniert mein Gewicht jedoch. Da ich aber für mich selbst von Anfang an das Abnehmen nicht als oberstes Ziel verstanden habe, war das nicht so schlimm, dass es mich demotiviert hätte, weiterhin vegan zu leben.

Stattdessen begann ich, mich an Sport in meinem Leben zu gewöhnen. Von mir aus, nicht fremdbestimmt. Aus eigenem Antrieb fahre ich heute einmal pro Woche Rad und fahre schwimmen. Wichtige Dinge, die mindestens ebenso gesund sind, wie das vegane essen. Dass ich dafür einige Monate gebraucht habe, zeigt mir, dass sich in meinem Kopf wohl auch tatsächlich etwas bewegt hat.

Aber wie auch immer – das Abnehmen blieb weiter aus, was mich nicht unbedingt frustriert, aber schon ein wenig nervt. Immerhin habe ich meinen BMI nun schon von 38.2 auf 34.3 reduziert und ein wenig hat mich der Ehrgeiz gepackt. Schließlich gehört zur Gesundheit auch möglichst wenig Übergewicht.

Nun ist es so, dass auch Duri seit Wochen nicht abnimmt, sondern eher andere Tendenzen zeigt. So schlug er eine Challenge vor: Wer in einem Monat mehr abnimmt.
Seinen Ansatz zum Erreichen eines vorzeigbaren Zieles will er mir nicht verraten. Meinen kennt er, zumindest teilweise: Fresstage.

Vor einige Wochen habe ich mal wieder gegoogelt, was man bei Abnahmestillstand machen könne und kam auf die Fresstage bzw. Refeed-Tage. Die Idee dahinter ist, den eigenen Stoffwechsel aus dem Alltagstrott herauszuholen.
Ich schätze, dass ich momentan so um die 2000 kcal zu mir nehme. Das ist eigentlich zu wenig, weshalb der Körper sich denkt, er behält besser alles, was er bekommen kann und stoppt den Fettabbau. Regelmäßige Fresstage in der Abnehmphase sollen ihn erst einmal verwirren und dann davon überzeugen, dass er sich doch nicht an die Fettreserver zu klammern braucht, da er ja ab und zu doch reichlich Futter bekommt.

Die Fresstage ergänze ich in diesem Monat außerdem durch „Motto-Wochen“, in denen ich weiterhin die gesamte Ernährung anders gestalte als in den letzten Monaten. Da pfeife ich dann auch auf Vegan. Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass das gut ist, aber zum Abnehmen wohl nicht das einzig wahre. So wie es fast nie das einzig Wahre gibt.

Also. Nächste Woche beginnt die Challenge. Was der Verlierer tun muss, habenb wir noch gar nicht festgelegt. Ich beginne mit einer Obst-/Gemüsewoche mit zwei Refeed.Tagen, gefolgt von einer Kohlenhydrat-Woche mit ebenfalls zwei Refeed-Tagen.
Dann folgt eine Protein-Woche mit einem R-Tag und für die vierte muss ich mir noch was ausdenken.

Ich nehme das zum Anlass, wal wieder zu bloggen (nachdem ich eigentlich meine Umstellung auf vegan schon als Anlass nehmen wollte…), die Beiträge werden aber erst nach Ende der Challenge sichtbar. Immerhin will ich meinen Vorteil nicht verspielen. Immerhin halte ich meinen Ansatz für genau den Richtigen. Hört hört.

Juli 15

Vegan, Runde 2

Mit meinem ersten Vegan-Eintrag auf diesem Blog…
… berichte ich schon vom Überwinden meiner ersten Krise. Wer sich da an einen Zeitraffer erinnert fühlt, wird sich im folgenden Absatz bestätigt sehen:

Ende Mai ’13 hat ein Kumpel mir die Doku „Gabel statt Skalpel“ gezeigt. Der Aspekt der gesundheitsförderlichen Wirkung des Veganismus hat mich spontan überzeugt. (Das mögliche Abnehmen offiziell nur sekundär). Also esse ich seit 1. Juni 2013 vegan.
Größte Herausforderung hierbei ist, dass ich bis dahin überhaupt nicht kochen konnte. Das Produkt jedes vorangegangenen Versuchs konnte geschmacklich nicht überzeugen. Da ich bis dahin jedoch auf Arbeit in der Cafeteria gegessen hatte und ich die Mittagsmahlzeit beibehalten wollte, hieß es ab dann: abends selber kochen und Tags darauf mitnehmen. Das ging auch einen Monat lang gut. Ob es bis dahin gesundheitliche Auswirkungen gab, kann ich nicht sagen, ich hatte aber in 4 Wochen 4.7kg abgenommen. (Wobei ich zeitgleich begonnen habe, radzufahren – was meiner Meinung nach auch ein Ergebnis der veganbedingten Entwicklung in meinem Kopf war).
Dann folgten einige (eigentlich wenig bedeutsame) Ereignisse: zwei nicht (gut) gewordene Kuchen, leichte Überforderung in der Küche (vor allem beim Planen, Abwaschen und Aufräumen), woraufhin ich 2 Wochen lang zwar vegan aber wenig aufwändig gekocht (bzw. teils nicht gekocht sondern Brot gebacken) habe. Gleichzeitig fiel das Radfahren weg. In der ersten Woche der Flaute weil… weiss ich nicht (des Wetters wegen?) und in der zweiten Woche, weil ich das dringende Bedürfnis hatte, meine _Füße zu schonen_.

Es liegt nun ein Wochenede der inneren Einkehr und Reminiszenz hinter mir (ich hab also nüscht jemacht). Jedoch konnte ich einmal die Küche durchkärchern und etwas umorganisieren. Gleichzeitig habe ich bei einer Radtour festgestellt, dass ich das jetzt auch wieder regelmäßig machen sollte. Und die Waage war so gnädig, an meinem Wiegetag zumindest keine Zunahme zu meiner 4.7kg-Abnahme anzuzeigen.
Aus diesen Gesamtumständen ergab sich gestern neuer Schwung bei meiner inneren Ernährungsdebatte (die sich nie um den Veganismus ansich sondern eher um den Aufwand drehte), der zur Folge hat, dass sich die Zusammensetzung meiner Mahlzeiten nun wieder näher an dem orientieren wird, was gesunde Ernährung (abseits von vegan – jedoch trotzdem vegan) ausmacht. Mehr Gemüse, weniger süß, abwechslungsreicher. Wieder Sport und (App-gestützt) hoffentlich endlich ausreichend trinkend. Zwar drängt sich so mein (offiziell) sekundäres Ziel des Abnehmens als Triebwerk etwas in den Vordergrund, aber ich denke ich kann damit umgehen. Momentan.

Mai 17

Facebook killed the Blogging Star

So. Nach fast 7 Jahren mach ich hier erstmal Dicht.

Viel geschrieben habe ich ja ohnehin nicht mehr in den letzten Jahren. Und hinzu kommen nun die neuen Kanäle wie Facebook, Twitter und was nicht noch alles, die ich nicht ignorieren kann. Und alles doppelt und dreifach zu posten will ich gar nicht erst anfangen.

Um nun also mehr Ordnung in den Kopf zu bekommen und in Zukunft nicht mehr in den Zwiespalt zu geraten, wo ich denn was posten soll (um es am Ende ganz sein zu lassen), wende ich mich nun ab vom BenBlog.

Danke, war schön. Wer Lust hat, klickt sich noch einmal durchs Best Of, ansonsten wird hier bis auf Weiteres nichts mehr passieren. Die Seite wird aber online bleiben, schon allein, damit sie nicht den lauernden Domainhändlern anheim fällt.

Kommentare sind weiterhin willkommen!

Tschö,
-Ben

März 15

Seed – Das Grauen von einem Film

Ohne auch nur zu ahnen, dass es sich bei diesem Film um einen Uwe Boll-Film handelt, hatte ich beschlossen, mir Seed anzusehen. Natürlich wusste ich es dann ab dem Vorspann, aber nun war ich einmal hier und der Film lief. Ich habe mein Bestes gegeben.

Womit fange ich an? Mit dem Anfang, der uns warnt, dass authentische Bilder mit der fiktiven Geschichte vermischt wurden. Was damit gemeint ist, erfährt der Zuschauer sofort, als ihm minutenlange, gegebenenfalls echte Tierquälereien gezeigt werden. Nach all den Jahren als Filmschaffender, als Visionär des Storytelling und Effektkinos offenbar Bolls einzige Möglichkeit, den Zuschauer dem Wesen seines Helden (?), des Massenmörders Seed näher zu bringen. Handwerk geht anders.
Seed nämlich belieferte die Polizei zur Beschleunigung seiner Festnahme mit Videos, auf denen er immer größere Daseinsformen dem Tod und der Verrottung preisgibt – wenn Sachkunde aus dem Ruder läuft. Mehr erfährt man von Seeds vergangenen Missetaten nicht. Im Ganzen versteht man den Killer am Ende als so etwas wie einen zurückgebliebenen, der einfach alles kaputt spielt. Aber jedenfalls muss er grottenhässlich sein, denn selbst im Gefängnis lässt man ihn seine Killer-Lumpen-Kappe weiter tragen. Klar.

Und nun zur Handlung: er wird geschnappt, kommt auf den elektrischen Stuhl, der geht kaputt, er nicht, wird lebendig begraben (Seed, nicht der Stuhl) und – spätestens jetzt wähnt Boll uns auf der Seite des Killers – rächt sich fies.

Uwe, ach Uwe. Irgendwie versemmelst Du es immer. Am Ende stimmt immer weniger, als dass es passt – wobei es bei diesem Machwerk eigentlich schon mit der ersten Szene gelaufen war.

Dass der Film in den 70ern spielen soll, wird einem sehr früh in einer Traumsequenz quasi ins Gesicht gebrüllt: lustige Hemden und Jacken tun ihre Pflicht. Danach ist die Ausstattung weniger aufdringlich, fast schon authentisch, die Wohnungen sind aber teils so detailverliebt eingerichtet, dass die nichtssagenden Charaktere darin irgendwie deplatziert wirken.

Die Charaktere. Wer hat eigentlich Ralf Möller erlaubt, sich selbst zu synchronisieren? Oder schauzuspielen?

Und was war nochmal mit der Logik? Unnötig. Warum wird der Massenmörder (666 Morde-muharhar)  in schwärzester Nacht von genau 5 Polizisten, die sich verhalten als ob sie auf einen Jagdausflug fahren, festgenommen? Natürlich teilen sie sich in mindestens 5 Gruppen auf um dem offenbar zurückgebliebenen (oder doch hochintelligenten – oder nur handwerklich begabten) Killer einzeln in die Fallen zu tappen.
Und warum verpasst ihm keiner einen Kopfschuss nach dem 2. Versuch, ihn auf dem elektrischen Stuhl zu grillen? Nein, er wird lebendig begraben, denn das ist momentan sehr schick in Hollywood.
Und natürlich fährt der Protagonist am Ende ganz allein um seine Familie… ach… is ja gut.

Also, was ist der Film?

  • Eine Matinee der Grausamkeiten, an der den wenig SAW-geprüften die Gewaltdarstellung ab und zu flashen kann, wenn er denn grad eine Pause vom Kopfschütteln macht.
  • Eine unsägliche Gurke, die man wirklich niemandem zumuten sollte.
  • Ein nachhaltiges Plädoyer dafür, nie wieder einen Film der Kategorie Splatter-Thriller zu konsumieren.
  • Und hoffentlich wird er verhindern, dass ich mir weitere Boll-Werke anschaue. Doch ich befürchte, dass meine Neugier, sehen zu wollen, wie viel schlechter seine Filme noch werden können, dem Wohl im Wege stehen wird.