Januar 7

Des Nächtens

Grad kam ich von einem Freund nach Hause, der einige Meter die Straße runter wohnt, da seh ich ein Tier in der Nähe meines Hauses laufen. Der erste Gedanke an ein Eichhörnchen verfliegt wegen der Größe. Aha, es ist also der Marder, der hier sonst immer auf den Dächern und manchmal in den Zwischendecken herumpoltert.
Es verschwindet.
Um genau herauszufinden, ob es in den Keller des Nachbarhauses oder in den des Nachbarnachbarshauses verschwunden ist, gehe ich an meinem Eingang vorbei und leuchte mit der am Schlüsselbund angebrachten Lampe in das Kellerloch des letztgenannten Hauses hinein, von wo aus mich das Tier mit leuchtenden Augen anschaut, nicht wissend, ob es seinen letzten Atemzug bereits soeben getan hätte, oder ob ich mehr Angst davor habe, dass es mir jeden Augenblick in’s Gesicht springen könnte.
Ich entscheide mich dafür, es in Ruhe zu lassen, mache kehrt und ziele mit dem Schlüssen auf das Schloss. Ein letzter Blick in die Richtung, aus der ich kam, der eigentlich klären sollte ob das Tier noch etwas tut, lässt mich plötzlich die Silhouette eines Mannes in kurzen Hosen sehen, der in zirka 60 Metern Entfernung mit einer Schaufel auf einen schwarzen Haufen auf der Straße zugeht. Als er den haufen an seinem Schwanz hochzieht und die Schippe darunterschiebt, erkenne ich, dass es eine Katze ist.
Ich bin in erster Linie überrascht, weil der Mann dort so plötzlich aufzutauchen schien, auch wegen der Uhrzeit um halb drei, ausserdem, weil mir der Haufen vorher nicht aufgefallen ist.
Der Mann nimmt die Katze auf die Schippe und geht wieder dahin, wo er hergekommen ist. Auch er wird sich gewundert haben, warum ich zwei Häuser weiter von meiner Tür in ein Kellerloch hineingeleuchtet habe.
Ich schließe die Tür auf.
Mit dem letzten Blick erhasche ich, dass der Marder wieder in die Richtung über die Strasse läuft, aus der er am Anfang kam.

Was soll ich den von all dem halten?




Verfasst 7. Januar 2006 von Ben in category "Allgemeines

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