Mai 17

Facebook killed the Blogging Star

So. Nach fast 7 Jahren mach ich hier erstmal Dicht.

Viel geschrieben habe ich ja ohnehin nicht mehr in den letzten Jahren. Und hinzu kommen nun die neuen Kanäle wie Facebook, Twitter und was nicht noch alles, die ich nicht ignorieren kann. Und alles doppelt und dreifach zu posten will ich gar nicht erst anfangen.

Um nun also mehr Ordnung in den Kopf zu bekommen und in Zukunft nicht mehr in den Zwiespalt zu geraten, wo ich denn was posten soll (um es am Ende ganz sein zu lassen), wende ich mich nun ab vom BenBlog.

Danke, war schön. Wer Lust hat, klickt sich noch einmal durchs Best Of, ansonsten wird hier bis auf Weiteres nichts mehr passieren. Die Seite wird aber online bleiben, schon allein, damit sie nicht den lauernden Domainhändlern anheim fällt.

Kommentare sind weiterhin willkommen!

Tschö,
-Ben

März 15

Seed – Das Grauen von einem Film

Ohne auch nur zu ahnen, dass es sich bei diesem Film um einen Uwe Boll-Film handelt, hatte ich beschlossen, mir Seed anzusehen. Natürlich wusste ich es dann ab dem Vorspann, aber nun war ich einmal hier und der Film lief. Ich habe mein Bestes gegeben.

Womit fange ich an? Mit dem Anfang, der uns warnt, dass authentische Bilder mit der fiktiven Geschichte vermischt wurden. Was damit gemeint ist, erfährt der Zuschauer sofort, als ihm minutenlange, gegebenenfalls echte Tierquälereien gezeigt werden. Nach all den Jahren als Filmschaffender, als Visionär des Storytelling und Effektkinos offenbar Bolls einzige Möglichkeit, den Zuschauer dem Wesen seines Helden (?), des Massenmörders Seed näher zu bringen. Handwerk geht anders.
Seed nämlich belieferte die Polizei zur Beschleunigung seiner Festnahme mit Videos, auf denen er immer größere Daseinsformen dem Tod und der Verrottung preisgibt – wenn Sachkunde aus dem Ruder läuft. Mehr erfährt man von Seeds vergangenen Missetaten nicht. Im Ganzen versteht man den Killer am Ende als so etwas wie einen zurückgebliebenen, der einfach alles kaputt spielt. Aber jedenfalls muss er grottenhässlich sein, denn selbst im Gefängnis lässt man ihn seine Killer-Lumpen-Kappe weiter tragen. Klar.

Und nun zur Handlung: er wird geschnappt, kommt auf den elektrischen Stuhl, der geht kaputt, er nicht, wird lebendig begraben (Seed, nicht der Stuhl) und – spätestens jetzt wähnt Boll uns auf der Seite des Killers – rächt sich fies.

Uwe, ach Uwe. Irgendwie versemmelst Du es immer. Am Ende stimmt immer weniger, als dass es passt – wobei es bei diesem Machwerk eigentlich schon mit der ersten Szene gelaufen war.

Dass der Film in den 70ern spielen soll, wird einem sehr früh in einer Traumsequenz quasi ins Gesicht gebrüllt: lustige Hemden und Jacken tun ihre Pflicht. Danach ist die Ausstattung weniger aufdringlich, fast schon authentisch, die Wohnungen sind aber teils so detailverliebt eingerichtet, dass die nichtssagenden Charaktere darin irgendwie deplatziert wirken.

Die Charaktere. Wer hat eigentlich Ralf Möller erlaubt, sich selbst zu synchronisieren? Oder schauzuspielen?

Und was war nochmal mit der Logik? Unnötig. Warum wird der Massenmörder (666 Morde-muharhar)  in schwärzester Nacht von genau 5 Polizisten, die sich verhalten als ob sie auf einen Jagdausflug fahren, festgenommen? Natürlich teilen sie sich in mindestens 5 Gruppen auf um dem offenbar zurückgebliebenen (oder doch hochintelligenten – oder nur handwerklich begabten) Killer einzeln in die Fallen zu tappen.
Und warum verpasst ihm keiner einen Kopfschuss nach dem 2. Versuch, ihn auf dem elektrischen Stuhl zu grillen? Nein, er wird lebendig begraben, denn das ist momentan sehr schick in Hollywood.
Und natürlich fährt der Protagonist am Ende ganz allein um seine Familie… ach… is ja gut.

Also, was ist der Film?

  • Eine Matinee der Grausamkeiten, an der den wenig SAW-geprüften die Gewaltdarstellung ab und zu flashen kann, wenn er denn grad eine Pause vom Kopfschütteln macht.
  • Eine unsägliche Gurke, die man wirklich niemandem zumuten sollte.
  • Ein nachhaltiges Plädoyer dafür, nie wieder einen Film der Kategorie Splatter-Thriller zu konsumieren.
  • Und hoffentlich wird er verhindern, dass ich mir weitere Boll-Werke anschaue. Doch ich befürchte, dass meine Neugier, sehen zu wollen, wie viel schlechter seine Filme noch werden können, dem Wohl im Wege stehen wird.
März 9

*nerv*

Wenn nicht grad eine neue Staffel einer Serie gesendet wird (die innerhalb kürzester Zeit rausgehauen wird), scheint Prosieben generell nur 12 Episoden jeder Serie in der nie enden wollenden Endlosschleife zu senden. Da vergeht einem jeder Spaß daran … selber Schuld.

*zap* Shopping *zap* Olle Serie *zap* Kinderserie *zap* Kinderserie *zap* Kinderserie *zap* Kinderserie *zap* Werbung

*zap* aus…

*seufz*

Februar 7

Zusatzeinnahmen

Dass Google sein Programm Google Earth kostenlos zur Verfügung stellt, ist zugegebenermaßen eine tolle Sache und beachtlich.

Suchergebnis für EARTH bei GOOGLE

Dass bei der Suche danach per Google als erstes (bezahltes) Suchergebnis eine jener Seiten erscheint, bei der man zum Download von (frecherweise auch noch so bezeichneter) Freeware einen Zweijahresvertrag á 96.- € abschließen muss, war von Big Google wahrscheinlich nicht beabsichtigt.

Klick auf die Anzeige.

Ich würde mich darüber auch nicht wirklich aufregen, wenn ich denn eine Möglichkeit gefunden hätte, Gi-Ga-Google auf diesen Faux Pas hinzuweisen, aber bis auf eine Postadresse und die Kontaktaufnahme für den Fall, dass man Werbung schalten möchte, war ein – auf 200 Millionen Webseiten dieses Netzes übliches – Kontaktformular nicht zu finden. Wollte schon danach googeln, hab mich dann aber doch lieber ans Bloggen gemacht

Januar 24

Gewagte Theorie

Zugegeben, einen Film nur wegen eines gut geschriebenen Verrisses sehen zu wollen, birgt Risiken.

Aber ich hatte geringe Hoffung, dass der Humor der Kritik Teil des Films sein, oder mir zumindest darüber hinweg helfen würde. Aber das war nix. Wahrscheinlich auch, weil ich den Artikel schon vor 3 Monaten gelesen hatte. Es war einfach ein üblicher Uwe Boll mit reichlich Schusswaffen und viel Splatatter, ohne Hirn und Verstand, ohne Sinn und ohne Liebe.

Schade ist nur, dass dieser Film dem Spiel, das es seinerzeit schaffte, eine beachtliche Atmosphäre aufzubauen, nicht annähernd gerecht wird. Für diesen Film hätte man das FarCry-Franchise nicht verdaddeln müssen, erst recht nicht, wenn man nicht einmal das Können oder die Möglichkeiten hat, die Gegner der Vorlage entsprechend darzustellen.

Mir bleibt nur zu hoffen, dass – sollte es der Spielenachfolger von FarCry, Crysis eines Tages auf die Leinwand schaffen – Uwe Boll damit nichts zu tun haben wird, sonst sehen die Aliens dort wahrscheinlich auch aus wie Onkel Fester auf Speed.

Dezember 29

Aliens für’n Arsch

Nein welch tragische Verschwendung von Zeit, Geld, und vor allem Potenzial!

Während ich die ersten beiden Punkte auf mich beziehe, betrifft das Potenzial eher die Sache mit den Aliens, genauer DEN Aliens, bekannt aus Funk uns Fernsehen, seinerzeit designed von H.R. Giger, maßgeblich weiterentwickelt von James Cameron und im ewigen Kampf vereint mit der einzigartigen Sigourney Weaver alias Ripley.
Dazu auch noch ein weiteres Alien, der Predator, der in mittlerweile zwei eigenen Filmen sein Unwesen gegen Arnold Schwarzenegger und Danny Glover treiben durfte.

Es brauchte nur ein Ereignis um diese beiden Wesen und das Potenzial für unglaublich geile Science Fiction Filme zu Grabe zu tragen: Aliens vs. Predator 2.

Während der Vorgänger, Alien vs. Predator, noch versucht hat, durch die Existenz und die Handlungen des Charles Bishop Weyland, Mitbegründer der in den Original-Alien-Geschichten allgegenwärtigen Weyland-Yutani Corporation, seine eigene Geschichte in das Universum einzubetten, erscheint der halbseidene Versuch in Aliens vs. Predator durch einen Kurzauftritt einer „Miss Yutani“ nur wie beiläufiges Geplänkel zur Legitimation eines ultra-flachen Teenie-Splatter-Movies mit einer Rahmenhandlung, wie sie bei „Unter uns“ (und Derivaten) tiefgründiger und sinnvoller erscheint (natürlich nur oberflächlich).

Und so bleibt mir nur, das Alien-Universum heute Nacht zu Grabe zu tragen (nicht ohne Hoffnung, doch noch eines Tages Alien 5 mit Sigourney Weaver im Kino zu sehen), mit einem Vorsatz für’s neue Jahr, doch mal wieder einmal mehr auf Filmkritiker zu hören.

März 13

0137-Terror

Es ist unglaublich. Beinahe hätte ich gestern alle Sender dauerhaft aus dem Fernseher verbannt, die ich des 0137terrors beschuldige. Das sind in erster Linie Sat1, Pro7, DSF, Viva, Kabel1 und *schluchz*, Nick. (9live habe ich bereits vor einem Jahr gelöscht)… und nur der UMstand, dass ich nicht auf Dauer ohne Nick und Ren&Stimpy leben möchte, hat mich – in’s Kissen beissend – von meinem Plan beim Einschlummern abgebracht.
Und das war gut so.
Es wird eine Zeit kommen ...Warum bitteschön sollte ich mich vom Telefonterror-Abschaum vergraulen lassen? Warum soll ich gehen? Zumal ich auf kaum einem Sender vor der behackten Telefonabzocke gefeit bin. Immer werden mitten in der Sendung, vor jeder der immer häufiger werdenden Werbepausen so sinnvolle Fragen eingeblendet und vorgelesen wie „Worum fahren die Skifahrer herum, Torstangen oder Salzstangen?“. Selbst im öffentlich Rechtlichen, wo die Anrufe nicht ganz so viel kosten, wird man quasi per Standleitung an die Nord/Süddeutsche Klassenlotterie weitergeleitet.

Wie kann das nur sein? Wie kann es sein, dass das Fernsehen bis vor wenigen Jahren ohne dieses Übermaß an Telefonterror auskommen konnte und man jetzt noch bestenfalls Arte schauen kann (nichts gegen Arte!), ohne von einem jungdynamischen Autoverkäufertyp herausgefordert zu werden, per Telefon Kindergarten-Einstellungstestfragen zu beantworten?
Ich fühle mich verhöhnt und verkauft von jenen die vorgeben es zu lieben, mich zu unterhalten, es mir zeigen zu wollen oder Filme zu lieben.

In einer Zeit, in der des Moderatoren wichtigstes Handwerkszeug das dreherfreihe Rezitieren der Telefonnummern zu sein scheint, ist der TV-Konsum zur Farce geworden, die ich jedoch entgegen meiner gestrigen Pläne nun doch nicht boikottieren, sondern aktiv bekämpfen werde.
Aktives Kämpfen durch das Wort und den Willen, nicht aufzugeben, bis diese Unart der Unterhaltung wieder in die Sparte zurückgekehrt ist, in die sie gehört: Auf einen einzelnen Sender nämlich, der von jedem aus der Programmliste gelöscht werden kann, ohne seine Freiheit einschränken zu müssen, das Fernsehprogramm zu sehen, das er möchte.

Daher fordere ich:

  1. Dass das Gewinnspiel per 0137 aus dem deutschen Fernsheprogramm verschwindet.
  2. Dass die Durchstellalgorithmen allen Mitspielern offen gelegt werden.
  3. Dass, wenn angegeben wird, welche Leitungen freigeschaltet sind, auch angegeben werden muss, wieviele Leitungen insgesamt zur Verfügung stehen.
  4. Dass die gestellten Fragen bei Gewinnspielen ein gewisses Maß an Achtung dem Zuschauer gegenüber vermitteln.
  5. Dass sog. Call In-Sendungen nicht länger als 30 Minuten pro Tag und Sender ausgestrahlt werden dürfen.

Dezember 26

TV-Rundumschlag

Taxi Driver

Man [ich] hörte allenthalben, wie toll der Film Taxi Driver (1976) sein soll. Ein Meilenstein. Scorsese genial, DeNiro in Bestform… um so erstaunter war ich, dass mir dieses Meisterwerk bisher entgangen war, bis ich es sah.
Von der Story her gesehen ist der Film einfach nur dünn und für mich nicht nachvollziehbar. Ein Kriegsrückkehrer, der in New York als Taxifahrer in der Nachtschicht anheuert, weil er nicht schlafen kann. Er bemerkt bald, dass ihm eine Frau fehlt und verguckt sich zielstrebig in eine Wahlhelferin, die er beim ersten Date in ein Porno-Kino einläd. Enttäuscht vom Misserfolg dieser Aktion entdeckt er sein Herz für die minderjährige Prostituierte Iris, der er die Flucht von ihrem Zuhälter ermöglichen will. [Achtung, Spoiler] Gleichzeitig bereitet er ein Attentat auf den Präsidentschaftskandidaten vor, den seine Ex-Freundin unterstütz. Als ihm das jedoch misslingt, veranstaltet er kurzerhand ein Blutbad in dem Puff seines selbsternannten Schützlings, überlebt und avanciert zu guter Letzt zum Held, weil Iris danach wieder zu ihren Eltern zurückkehrt.
Der Film muss Parallelen zu Kill Bill haben, denn auch dort entging mir das vielbeschworene Kult-Potenzial auf ähnliche Weise.

The Wicker Man

„In den Wäldern stand ein Baum
Ein schöner Baum, wie aus ’nem Traum

An dem Baum da war ein Ast
Und an dem Ast da war ein Zweig
Auf dem Zweig da war ein Nest
Und in dem Nest da war ein Ei
Aus dem Ei da wurd‘ ein Vogel
Und von dem Vogel kam ’ne Feder
Und aus der Feder wurd‘ ein Bett

Auf dem Bett da lag ein Mädchen
Und auf dem Mädchen war ein Mann
Von dem Manne kam ein ein Samen
Und aus dem Samen wurd ein Junge
Aus dem Jungen wurde ein Mann
Und für den Mann gab es ein Grab
Aus diesem Grab da wuchs ein Baum“
(Die zwei Strophen nach Belieben wiederholen)

Dies ist ein kurzes Lied, das in The Wicker Man (1973) von einer Gruppe Burschen um einen Maibaum herum tiriliert wird. Meiner Meinung nach ein passender Schnappschuss für den gesamten Film.
Ich bin froh, das Original noch vor dem Remake von 2006 gesehen zu haben, denn DAS, liebe Freunde hat wirklich Potenzial für einen Kultfilm. Was im Original eine Art Grusical-Horror-Dramödie ist, wurde in der Neuverwurstung ein platter Cop-muss-ein-Trauma-verarbeiten-Film mit Mystery-Elementen.
Da in beiden Filmen die Pointe gleich und gleich gut ist (Jetzt weiss ich, wodurch M. Night. Schamalajama auf seine Masche gekommen ist), empfehle ich hier dringend, sich das Original anzuschauen, auch wenn es das nur in englisch gibt.

Promi ärgere Dich nicht! 2

Starker Brechreiz übermannte mich, als ich erfahren musste, dass RTL die Fratzen-Show Promi ärgere Dich nicht! ein zweites Mal produziert hat und gewillt ist, sie auszustrahlen.
Es war damals eine Farce. Es wird ja auch gemunkelt, dass RTL seinerzeit durch die Planlosigkeit der Beteiligten unfreiwillig den Grundstein für die mittlerweile unkontrolliert aus dem Boden schießenden Improvisations-Shows gelegt hat.
Aber was soll ich sagen. Wo selbst im Trailer der häufig überschätzte Guido Kantz beim würfeln unheimlich gelangweilt aussieht, wird es mit Sicherheit wieder ein toller Abend bei RTL.

Ich muss an dieser Stelle deshalb nun leider dafür plädieren, dass Hella von Sinnen ihren Comedypreis wieder abgibt, weil sie nicht bemerkt, wann eine Sendung Scheiße ist. Da hilft dann auch Schackaschacka nicht mehr.