Mai 17

Facebook killed the Blogging Star

So. Nach fast 7 Jahren mach ich hier erstmal Dicht.

Viel geschrieben habe ich ja ohnehin nicht mehr in den letzten Jahren. Und hinzu kommen nun die neuen Kanäle wie Facebook, Twitter und was nicht noch alles, die ich nicht ignorieren kann. Und alles doppelt und dreifach zu posten will ich gar nicht erst anfangen.

Um nun also mehr Ordnung in den Kopf zu bekommen und in Zukunft nicht mehr in den Zwiespalt zu geraten, wo ich denn was posten soll (um es am Ende ganz sein zu lassen), wende ich mich nun ab vom BenBlog.

Danke, war schön. Wer Lust hat, klickt sich noch einmal durchs Best Of, ansonsten wird hier bis auf Weiteres nichts mehr passieren. Die Seite wird aber online bleiben, schon allein, damit sie nicht den lauernden Domainhändlern anheim fällt.

Kommentare sind weiterhin willkommen!

Tschö,
-Ben

August 4

Rätselhaft: Ratespiel dauerte 52 Stunden

München/BY – Einen unfreiwilligen Weltrekord stellte Moderatorin Alida K. in der letzten Woche auf.
Als eines der berühmten Spiele „Zählen Sie alle Dreiecke“ in der Sendung „9Live Vegas“ nicht gelöst werden konnte, entschied die wortgewandte Endzwanzigerin kurzerhand, „Das Spiel fortzusetzen, bis es gelöst ist“.
Was sie anfangs wohl eher scherzhaft meinte, wurde ihr jedoch eine halbe Stunde später zum Verhängnis, als der manisch depressive Regisseur der Sendung, Rudi Z., die manische Phase seiner Erkrankung erreichte und sich K’s Aussage zu Eigen machte.

„Er stand völlig neben mir“

„Er flüsterte mir die Ganze Zeit in’s Ohr, ich solle weitermachen, als ob es um mein Leben ginge, kreischte manchmal fast und drohte mir unheimliche Dinge an, kurz nachdem er mir versprach, mich reich zu entlohnen, er stand völlig neben mir“, sagt die geschwächte, jedoch aufgebrachte Moderatorin uns am nächsten Tag, als wir sie im Krankenhaus besuchen, wo sie am Tropf wieder aufgepeppelt wird.

Als am zweiten Tag der Sendung die ersten Zeitungen über die seltsamen Ereignisse in dem ismaninger Fernsehstudio berichteten, erlebte der innovative Mitmachsender ein erstes Quotenhoch, während der immer schwächer werdenden Moderatorin unter Androhung seelischer Gewalt im zwanzig-Sekunden-Takt die Mitspieler durchgestellt wurden, die sie gemäß der Statuten des Hauses mit einem gelangweilten „Zugeschlagen“ zu begrüßen hatte.
„Nach zwanzig Stunden war mir alles egal. Da wollte ich dann gehen, gepfiffen auf die Konsequenzen, doch der Regieassistent versperrte mir, total unter Kaffee stehend, den Weg. Da war nichts zu machen. Selbst meine Hilferufe in die Kamera blieben Ergebnislos und zur Strafe wurden mir die Anrufer noch schneller durchgestellt“, schluchzt das ehemalige Big-Brother-Luder erbarmungswürdig im Interview mit BenBlog.de. „Ich konnte nichts tun. Ich wollte das Rätsel dann nach 48 Stunden ja auch selber lösen, habe die richtige Antwort aber auch nicht erraten“.

Moderatorin in Erschöpfungsstarre

Selbst langjährige Boykotteure des Senders griffen zur Fernbedienung und aktivierten den Sendersuchlauf um wenigstens noch den letzten zehn Stunden des historischen Spektakels beiwohnen zu können, als die Tagesschau zum zweiten Mal von dem größten TV-Ereignis des Jahres zu berichten wusste. Und so erreichte der Sender eine Rekordquote von 2% im Zielsegment zwischen 9 und 99 Jahren, als der gewitzte Jochen C., Energieanlagenelektroniker aus Heiligenhain, einer Streusiedlung im Taunus das Rätsel löste und den im Laufe der Sendung auf 720 Euro angewachsenen Gewinn schon mit seinem siebenundneunzigsten Anruf absahnte.
Die Moderatorin fiel zeitgleich in eine Erschöpfungsstarre und wurde umgehend vom Roten Kreuz erstversorgt und später in das Krankenhaus Schwabing verbracht, wo sie sich noch heute erholt.
Der zu diesem Zeitpunkt Daumen lutschend in einer Ecke kauernde Regisseur wurde an Ort und Stelle brutal von den bereits von Anfang an einsatzbereiten GSG9-Spezialisten bestraft, während die eingeblendete Spielauflösung den Zuschauern in 20 Sekunden die 967 Dreiecke zeigte.

„Was hätten wir denn tun können?“

„Was hätten wir denn dagegen tun können?“, brüskiert sich 9Live-Geschäftsführer Marcus W. über die Frage von BenBlog.de, danach, was die Geschäftsführung denn dagegen hätte tun können. „Er hatte alle Hebel in der Hand, das hätte ein Massaker gegeben, wenn wir eingegriffen hätten“
Und so beschränkte man sich darauf, in den Stoßzeiten lieber noch einige tausend Telefonleitungen zur Verfügung zu stellen, um auch die Lage vor den Bildschirmen nicht eskalieren zu lassen.

So endete dieses fulminante TV-Ereignis, das seinesgleichen nicht zu suchen braucht, mit einem weniger spektakulären Werbeblock, während dem das völlig durchnässte Studio einmal ordentlich durchgewischt wurde und nach dem ein ausgeschlafener Robin B. das Programm des Spartensenders mit der Sendung „Werd reich“ fortsetzte.
BenBlog.de liegt mittlerweile auch eine interne Anweisung von 9Live vor, wonach die geistige Stabilität der Angestellten bei dem Sender überprüft werden soll. Ein Schritt in die richtige Richtung, wie wir finden, auch wenn dies nun stärkere Personalbewegungen nach sich ziehen wird.

Update: Inzwischen hat die 9Live Fernsehen GmbH ihre Gewinn-Prognose für das laufende Quartal nach oben korrigiert.

August 3

Coup: RTL-Shop verkauft sich selbst

Köln/NRW – In einem Anflug von unkontrollierbarem Verkaufsrausch kam es gestern Nachmittag zu einem unerwarteten Wechsel von Besitzverhältnissen in der deutschen Medienlandschaft, als Moderator und Stimmungskanone Walter F. außerplanmäßig in der RTL-Shop-Sendung „Formschön“ auftauchte, die Moderatorin Sabine in die Kantine schickte und auf seine unverwechselbare Art und Weise den RTL-Shop selbst zum Verkauf anbot. Der Praktikant in der Kabine stieg, von der Rechtmäßigkeit der Vorgänge überzeugt, umgehend ein und aktualisierte den Bildschirmtext, während F. mit etwas schwerer Zunge jedoch spritzig wie eh und je das Produkt für 79,95 € plus 6,95 € Versandkosten anpries.
Nach nur zwei Minuten konnte er dann verkünden „einhundert Prozent verkauft“, als der Produkt-Verfügbarkeits-Zähler von 1 auf 0 umschlug.
Sekunden danach wurde die Sendung für einige Minuten unterbrochen, bevor Moderatorin Sabine frisch gestärkt mit der ursprünglichen Sendung fortfuhr.

Längst notwendige Verbesserungen

„Ich habe schon immer gern ferngesehen“, gesteht der glückliche Käufer im Interview mit BenBlog.de. Siegbert O. ist Frührentner aus Bautzen und befand sich „zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort“ wie er sagt, als er während der Sendung gewohnheitsmäßig in der Warteschleife des TV-Senders kreiste.
Auf die Frage, was er denn mit seinem Neuerwerb anfangen wolle, gibt sich der fesch in Cordhose und Karohemd gekleidete 56-jährige unentschlossen, deutet jedoch an, zuerst in den Produktsparten Stickkissen, Porzellanpuppen und Hundezubehör mit rigider Hand längst notwendige Verbesserungen des Produktsortiments durchsetzen zu wollen.
„Und ich freue mich darauf, Carmen Q. zu treffen“, schiebt der rotwangige Pfundskerl nach. Immerhin war er der Vorsitzende des Fanclubs der RTL-Shop-Moderatorin, bis er durch einem intriganten Neider von diesem Thron gestoßen wurde.

„Ich werde keinen Schaden anrichten“

Trotz der Eigenständigkeit von F’s Handeln steht der RTL-Shop zu den Geschehnissen:
„Wie stellen Sie sich das vor?“, ist die Clever in eine Gegenfrage verpackte Antwort von Heinz S. auf die Frage, ob er nicht einfach von dem Angebot zurücktreten wolle. S. ist ehemaliger Geschäftsführer der RTL-Shop GmbH.
„Denken Sie nur es spräche sich herum, dass der Shop nicht hält, was er verspricht. Ein nicht wieder gutzumachender Schaden wäre das für die gesamte Homeshopping-Industrie in unserem Land und ich bin nicht bereit, ihn anzurichten.“
Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Herrn O., falls dieser nicht doch noch von seinem zweiwöchigen Rückgaberecht Gebrauch mache. Über einen Umzug des Unternehmens nach Bautzen wollte er noch keine Spekulationen anstellen.

Walter F.’s Verbleib ist seit den gestrigen Ereignissen ungeklärt. Gerüchten zufolge hält er sich in der Einliegerwohnung des bekannten Pferdeauktionators und Kreuzallergikers Harry W. verborgen.