Dezember 26

TV-Rundumschlag

Taxi Driver

Man [ich] hörte allenthalben, wie toll der Film Taxi Driver (1976) sein soll. Ein Meilenstein. Scorsese genial, DeNiro in Bestform… um so erstaunter war ich, dass mir dieses Meisterwerk bisher entgangen war, bis ich es sah.
Von der Story her gesehen ist der Film einfach nur dünn und für mich nicht nachvollziehbar. Ein Kriegsrückkehrer, der in New York als Taxifahrer in der Nachtschicht anheuert, weil er nicht schlafen kann. Er bemerkt bald, dass ihm eine Frau fehlt und verguckt sich zielstrebig in eine Wahlhelferin, die er beim ersten Date in ein Porno-Kino einläd. Enttäuscht vom Misserfolg dieser Aktion entdeckt er sein Herz für die minderjährige Prostituierte Iris, der er die Flucht von ihrem Zuhälter ermöglichen will. [Achtung, Spoiler] Gleichzeitig bereitet er ein Attentat auf den Präsidentschaftskandidaten vor, den seine Ex-Freundin unterstütz. Als ihm das jedoch misslingt, veranstaltet er kurzerhand ein Blutbad in dem Puff seines selbsternannten Schützlings, überlebt und avanciert zu guter Letzt zum Held, weil Iris danach wieder zu ihren Eltern zurückkehrt.
Der Film muss Parallelen zu Kill Bill haben, denn auch dort entging mir das vielbeschworene Kult-Potenzial auf ähnliche Weise.

The Wicker Man

„In den Wäldern stand ein Baum
Ein schöner Baum, wie aus ’nem Traum

An dem Baum da war ein Ast
Und an dem Ast da war ein Zweig
Auf dem Zweig da war ein Nest
Und in dem Nest da war ein Ei
Aus dem Ei da wurd‘ ein Vogel
Und von dem Vogel kam ’ne Feder
Und aus der Feder wurd‘ ein Bett

Auf dem Bett da lag ein Mädchen
Und auf dem Mädchen war ein Mann
Von dem Manne kam ein ein Samen
Und aus dem Samen wurd ein Junge
Aus dem Jungen wurde ein Mann
Und für den Mann gab es ein Grab
Aus diesem Grab da wuchs ein Baum“
(Die zwei Strophen nach Belieben wiederholen)

Dies ist ein kurzes Lied, das in The Wicker Man (1973) von einer Gruppe Burschen um einen Maibaum herum tiriliert wird. Meiner Meinung nach ein passender Schnappschuss für den gesamten Film.
Ich bin froh, das Original noch vor dem Remake von 2006 gesehen zu haben, denn DAS, liebe Freunde hat wirklich Potenzial für einen Kultfilm. Was im Original eine Art Grusical-Horror-Dramödie ist, wurde in der Neuverwurstung ein platter Cop-muss-ein-Trauma-verarbeiten-Film mit Mystery-Elementen.
Da in beiden Filmen die Pointe gleich und gleich gut ist (Jetzt weiss ich, wodurch M. Night. Schamalajama auf seine Masche gekommen ist), empfehle ich hier dringend, sich das Original anzuschauen, auch wenn es das nur in englisch gibt.

Promi ärgere Dich nicht! 2

Starker Brechreiz übermannte mich, als ich erfahren musste, dass RTL die Fratzen-Show Promi ärgere Dich nicht! ein zweites Mal produziert hat und gewillt ist, sie auszustrahlen.
Es war damals eine Farce. Es wird ja auch gemunkelt, dass RTL seinerzeit durch die Planlosigkeit der Beteiligten unfreiwillig den Grundstein für die mittlerweile unkontrolliert aus dem Boden schießenden Improvisations-Shows gelegt hat.
Aber was soll ich sagen. Wo selbst im Trailer der häufig überschätzte Guido Kantz beim würfeln unheimlich gelangweilt aussieht, wird es mit Sicherheit wieder ein toller Abend bei RTL.

Ich muss an dieser Stelle deshalb nun leider dafür plädieren, dass Hella von Sinnen ihren Comedypreis wieder abgibt, weil sie nicht bemerkt, wann eine Sendung Scheiße ist. Da hilft dann auch Schackaschacka nicht mehr.




Verfasst 26. Dezember 2006 von Ben in category "Kritik

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