November 8

Wahldebakel … mal wieder

So sehr mich die Wahlen in den USA ob meiner jüngsten Verdrossenheit bzgl. der Weltpolitik doch überrascht haben, so enttäuscht war ich auch, als ich gestern mitbekam, dass es ja noch gar nicht um den Präsidenten geht.

Aber wer soll eigentlich glauben – selbst wenn es nur eine Wahl zwischen zwei Parteien gibt (wobei einige wenige Kandidaten auch parteilos angetreten sind) – dass wenn mehr als 100 Millionen Wahlberechtige zur (digitalen) Urne schreiten (könnten), das Ergebnis immer wieder so nah an fifty/fifty ist?

Und fast schon mit protokollarischer Sicherheit ist in genau einem der Staaten das Ergebnis so knapp, dass dort erneut ausgezählt werden muss, was laut Kommentatoren Stunden oder Tage dauern kann, weil es auch ein Staat ist, in dem die Wahlcomputer nicht funktioniert haben (in dem heuer aber ausnahmsweise kein Mitglied der Bush-Dynastie auf dem Thron sitzt).
Das ist nahezu so spannend und Glaubwürdig wie 2004, als die Briefwählerstimmen das Zünglein an der Waage entscheidend hätten ausschlagen lassen können.

In meinen Augen einfach too much der gekünstelten Dramatik die wohl nur darauf abzielt, die USA weltweit auch mal wieder anders als im Zusammenhang mit missglückten Einsätzen im Irak im Frühstücksfernsehen erscheinen zu lassen.
Selbst ein nur halbwegs geschulter Bollywood-Regisseur hätte spätestens hier seinen Script-Supervisor von der Elefanten-Stampede überrennen lassen, auf dass der Streifen noch ein würdiges Ende erhalte, aber darauf kann man im echten Leben wohl nicht hoffen.




Verfasst 8. November 2006 von Ben in category "Kritik

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Security Code: