November 9

(Keine) Kurzgeschichten…

Nach meinem kurzen Selbstfindungsthread nach der Lesung von Andreas Eschbach hatte ich eigentlich nicht vorgehabt, noch sehr aktiv zu werden, was das Schreiben angeht, doch beim Aufräumen fand ich einen weiteren Zettel, auf dem ich mir vor Unzeiten eine Notiz gemacht hatte, die etwas mit Computer-Viren zu tun hatte. Damals überhaupt nicht fiktionär sondern als realistischer Entwicklungsgedanke, den ich allerdings in sieben kalten Wintern nicht realisieren könnte.

Und da passierte es.

Der feste Wille, daraus eine Kurzgeschichte zu machen, überkammich: Eine eher genaue als grobe Handlung erschien in meinem Geist, DieHauptfigur bekam einen Namen, ein Verhalten, eine Kindheit,Schicksalsschläge und Beweggründe die mir immer noch unheimlich logischund nachvollziehbar erscheinen.
Weitere Personen entwickelten Sich aus der Notwendigkeit heraus, dieGeschichte zu bevölkern. Sie haben Namen, eine gemeinsameVergangenheit…

Innerhalb weniger Stunden erschien dieGeschichte vor mir, als wäre sie bereits erzählt. Einige Ideen konnteich bisher noch nicht einmal unterbringen. Viele der Ideen notierte ichmir während handwerklicher Betätigung, was ich mir unbedingt merkenmuss: Wenn ich wieder etwas ausbrüte, sollte ich etwasstreichen oder restaurieren.

Schnipsel, Satzteile, kleinste Ideenaus den inspirierten vorangegangenen Tagen passten in die Geschichte,die sich da entwickelte, wie Puzzle-Teile. Ein tolles Gefühl !

Denanfänglichen Gedanken, hieraus eine Kurzgeschichte zu machen, mussteich aufgeben. Zu komplex erscheint mir nun allein schon die Entwicklungdes Protagonisten, der ich mit einer Kurzgeschichte nicht gerecht werden kann.
Und so begann ich, die Ideen alle niederzuschreiben, den zeitlichenVerlauf in Worten auf einer (eigens dafür aufgehängten) Tapete zu verewigen, der sich jedoch bishernoch bei zwei Dritteln verliert, allerdings nur weil ich schauen muss,was ich noch alles mit reinbringen kann und Teile vielleicht nochreorganisieren muss.

Und ich begann zu schreiben. Nicht viel bisher. Nach dieser Phase des totalen Durchblicks folgte die der totalen Ermüdung, auch ein wenig, was das Thema anging. Aber dabei entdecke ich grad, was mich beim Schreiben blockiert. Zum Einen eine sowieso vorhandene Konzentrationsschwäche, an der ich grad arbeite, zum Anderen die Tatsache, dass ich beim Schreiben versuche, eine Passage perfekt zu schreiben. Komme ich nicht auf ein Wort, das ich suche, weiss ich einen Fakt nicht oder mir fällt keiner ein, stocke ich, beginne Recherche, suche Worte, und das bringt mich total aus dem Fluss.

Ich muss lernen, was ich nun weiss, solche Stellen dann zu umschreiben und im Text zu markieren, denn durchlesen werde ich mir die Stelle noch einhundert mal und dabei kommen mir immer die besten Einfälle für Überarbeitungen.
Es scheint so, dass ich mir langsam gewisse Fähigkeiten erarbeite, die am Ende hilfreich sein werden.




Verfasst 9. November 2005 von Ben in category "Schreibstube

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