Januar 29

Vor’m Tierarzt sind wir alle gleich!

Auch auf die Gefahr hin, nur resigniertes Kopfschütteln zu ernten, stelle ich jetzt diesen Text hier rein, auf dass ich ihn endlich vom Desktop entfernen kann.

Was mich beim Schreiben seinerzeit geritten hat, kann ich nicht mehr nachvollziehen, aber zu schade zum Löschen ist er irgendwie doch.

Also dann, Verständnis- und Sinnfragen bitte über die Kommentarfunktion ^^.

„Vor’m Tierarzt sind wir alle gleich“

Eine These, die soeben entschied, sich selbst aufzustellen; doch mit welchem Ziel? Versuchen wir, ihr zu folgen.

Will sie implizieren, dass ein Jedermann, so er denn ein Haustier an seinem Leben teilhaben lässt, im Warteraum eines Veterinärs, oder selbst ihm Gegenüber einen Status von Gleichheit mit all den anderen Haltern der Patienten eben dieses hochgeachteten Vetreters seiner heilsbringenden Zunft geniesst, unabhängig von gesellschaftlichem Stand des Halters, dessen Monatseinkommen oder äußerer Erscheinung? So ließe sie denn vermuten, dass dieser Tierarzt nur die Patienten und dessen Wohl als Maßstab für sein Handeln ansetzt, und das wäre gut.

Doch eine These ist eine These, ist eine These. Der Weiterdenkende Leser erhebt sich nun und sagt etwas von hausbesuchenden Veterinärmedizinern, die das Wohl des Halters über das des Tieres zu stellen scheinen und durch die Geltendmachung nicht unerheblicher Gebühren zur Deckung der Kosten, die bei der Überwindung räumlicher Diskrepanzen entstehen, nicht dem soeben erwähnten Jedermann zur Verfügung stehen, da hier zumindest die Höhe des Einkommens und des Willens, dieses in höherem Maße als nötig für den treuen Lebensgefährten auszugeben, dem Gleichheitssatz widerstrebt.
Doch nehmen diese Tierbesitzer den Tieren nicht eine ganz wichtige Erfahrung indem sie ihnen nicht ermöglichen, eine Reise anfänglich unbestimmten Ziels in einem Käfig anzutreten, in dem sie – je nach Temperament – all die Symptome zeigen können, die auch ein Mensch in vergleichbarer Situation an den Tag zu legen versucht wäre, wenn man ihn in einen Raum, der nur einem wenigen Vielfachen des eigenen Körpervolumens entspricht, wiederum gepfercht in einen Raum in dem unheimliche Geräusche herrschen, der sich mit wechselnden Geschwindigkeiten an unbekannten Terrains vorbeibewegt, die man unbedingt zu erfassen versucht, ist? Lautes rufen, Versuche, die Sperrung zu durchbrechen, ein Verhalten wie ein wildes Tier an den Tag legen würde, das ein solch treuer Hausgefährte ja – da beisst die Maus keinen Faden ab – im Regelfall auch ist.

Oder denkt die These in eine ganz andere Richtung, die vermuten lässt, dass „wir alle“ uns vor einem Tierarzt in der Form gleichen, dass – trotz der im Regelfall, besonders im europäischen Raum, exzellenten Ausbildung eines Solchen – er mit uns einfach nichts anfangen kann. Nunja, das Geschlecht wird er noch ohne größere Schwierigkeiten bestimmen können, doch wird es ihm deutlich schwerer fallen, bei einem Gesundsteller (was das Gegenteil des Hypochonders ist), beispielsweise einen verstauchten Knöchel zu diagnostizieren.

An dieser Stelle ermüdet es die These, weiter in sich zu gehen, doch hat sie es offensichtlich weit gebracht, denn sie steht hier, lesbar für Jedermann.

Natürlich schwebte dem Autoren beim Verfassen dieses Textes keinerlei Diskriminierung Andersgeschlechtlicher vor, doch um den Text einfach und lesbar zu halten, verzichtete er in ihm auf die Erwähnung derselben.




Verfasst 29. Januar 2007 von Ben in category "Schreibstube

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